Amazon Prime Video und Netflix gehören zu den größten Video-on-Demand Services und seit einer Weile ist es wieder möglich, trotz DRM-Anpassungen diese auch auf dem Raspberry Pi zu genießen. Dazu nutzen wir den mächtigen Media-Center Kodi, der sich durch zahlreiche Plugins erweitern lässt. Aktuell muss dazu auf die Alphaversion von Kodi 18 zurückgegriffen werden, nur diese enthält das benötigte Inputstream-Plugin.

Was wird benötigt?

  • Einen Raspberry Pi 2/3 mit passendem Netzteil
    • Raspberry 2 schafft 480p Wiedergabe
    • Raspberry 3 schafft 720p Wiedergabe
  • 8GB Micro-SD-Karte mit Adapter (möglichst schnell, um Ladezeiten zu verkürzen)
  • USB-Stick zum Datentransfer
  • PC mit funktionierender Internetanbindung

LibreELEC, Milhouse-Builds und Kodi

LibreELEC is a lightweight ‘Just enough OS’ Linux distribution purpose-built for Kodi on current and popular mediacentre hardware.

Um Kodi auf dem Raspberry Pi zu installieren benötigt man ein darunterliegendes System. Dazu bietet sich z.B. LibreELEC an, welches alle benötigten Treiber und Funktionen mitbringt, um Kodi auszuführen. Aber auch nicht mehr. Da in der aktuellen Version 8 nur Kodi 17 mitgeliefert wird, allerdings Kodi 18 benötigt wird, benutzen wir die Milhouse-Builds von LibreELEC. Das sind sogenannte „bleeding edge“ Builds was bedeutet, dass sich diese Versionen noch in einem Beta Status befinden, und deshalb auch zu instabilem Verhalten führen können.

LibreELEC installieren

LibreELEC installiert man am einfachsten mit dem eigenen “LibreELEC USB-SD Creator”(LINK).

Hier wählt man in Schritt (1) die Zielplattform und klickt dann bei (2) auf herunterladen. Sobald dies abgeschlossen ist, wählt man bei (3) die Micro-SD Karte, die man für den Raspberry Pi verwenden möchte. Ein abschließender Klick auf Schreiben startet den Kopiervorgang auf die SD Karte.

(Optional: Wer eine MPEG-2 oder VC-1 Lizenz erworben hat kann diese jetzt direkt in der config.txt eintragen)

Nun kann der Raspberry Pi das erste Mal gestartet werden. LibreELEC bereitet automatisch die SD-Karte vor und öffnet anschließend Kodi. Beim Einrichtungsassistent kann dann direkt die Internetverbindung eingestellt werden. Die Sprache stellt man in den Kodi-Einstellungen unter „Interface“ ein.

Upgrade auf Milhouse-Build

UPDATE: Seit LibreELEC 9 ist dieser Schritt nicht mehr notwendig und kann übersprungen werden!

LibreELEC bringt eine eigene Upgrade-Funktion mit, diese lässt dazu auch andere Update-Kanäle zu. Dazu geht man in die Kodi Einstellungen. Dort findet man einen Punkt „LibreELEC“. Weiter wählt man den Reiter „System“ und scrollt bis zu Aktualisierungen nach unten und setzt „Automatische Aktualisierungen“ auf „manual“. Anschließend aktiviert man „Benutzerdefinierte Kanäle anzeigen“

Nun trägt man in einem beliebigen Kanal Folgendes ein:

  • http://milhouse.libreelec.tv/builds/master/RPi2 für Raspberry Pi 2/3
  • http://milhouse.libreelec.tv/builds/master/Generic für x86 Prozessoren

Jetzt kann man bei „Update-Kanal“ Milhouse-9 auswählen und bei „Verfügbare Versionen“ das Upgrade auf die aktuellste Version starten.

Plugins installieren

In früheren Versionen musste an dieser Stelle noch die sogenannte Widevine Bibliothek installiert werden. Seit der inputstreamhelper in die Plugins integriert wurde, ist dies hinfällig.

Plugins können bei Kodi entweder direkt als zip-Datei installiert werden, oder mit Hilfe eines Repositories. Letzteres unterstützt zudem das automatische Aktualisieren der Plugins, daher wählen wir diese Variante.

Dazu laden wir die Repo von Sandmann79 für das Amazon Prime Video Plugin herunter (Link), sowie das Repo (Link) für das Netflix Plugin und kopieren diese auf einen USB-Stick (Die Dateien können notfalls auch über das Netzwerk auf den Raspberry kopiert werden).

Nun wählt man in Kodi den Punkt Addons und klickt auf die Kiste. Anschließend wählt man den Punkt „Aus zip-Datei installieren“. Nun erscheint die folgende Warnmeldung:

Mit einem Klick auf Einstellungen, aktivieren der „unbekannten Quellen“ und anschließendem Akzeptieren der Warnung wird nun die Installation zugelassen. Dazu navigiert man zum USB-Stick, wählt das erste Repo aus und bestätigt die Installation. Denselben Schritt wiederholt man mit dem zweiten Repo.

Nun wählt man den Punkt „Aus Repository installieren“, klick auf eines der eben installieren Repos und installiert unter Video-Addons das entsprechende Plugin. Bei Amazon Prime Video gibt es dabei zwei Varianten. Wir wählen „Amazon VOD“.

Nun sind die Plugins im Hauptmenü von Kodi verfügbar.

Plugins konfigurieren

Input Stream

Damit der Raspberry den passenden Stream wählt, muss man das inputstream.adaptive Plugin konfigurieren. Dazu geht man im Addon-Menü auf Benutzer-Addons, klickt auf „Videoplayer InputStream Addons“ und anschließend auf InputStream Adaptive. Dort wählt man Konfigurieren. Nun müssen folgende Einstellungen gesetzt werden:

  • Raspberry Pi 2
    • „Max Resolution“ und „Max Resolution Secure Decoder“ auf 480p einstellen
    •  „Override HDCP status“ aktivieren.
    • Falls nicht aktiviert bei „Stream Selection“ Auto auswählen
  • Raspberry Pi 3
    • „Max Resolution“ auf 1080p und „Max Resolution Secure Decoder“ auf 720p einstellen
    •  „Max. Bandwidth“ auf 4 000 000 Bit/s (4 MBit/s) und „Min Bandwidth“ auf 2 500 000 Bit/s (2,5 MBit/s) einstellen
    • „Override HDCP status“ aktivieren.
    • Falls nicht aktiviert bei „Stream Selection“ Auto auswählen
  • Andere x86 Systeme
    • „Max Resolution“ und „Max Resolution Secure Decoder“ je nach Leistung einstellen
    • HDCP Override NICHT aktivieren
    • Falls nicht aktiviert bei „Stream Selection“ Auto auswählen

Amazon Prime Video

Beide Plugins zeigen beim ersten Start den Assistenten zu Einrichtung der Konten an. Jedoch muss bei Amazon noch eine Einstellung vorgenommen werden. Dazu wählt (mit Rechtsklick/ Optionen auf einer Fernbedienung) man das Plugin im Hauptmenü und klickt auf Einstellungen. Dort stellt man die Wiedergabemethode auf Input Stream.

Wenn es nicht gleich funktioniert…


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